In einem Anfall einer leichten Midlife-Krise suchten wir nach einer unserer Trägheit angemessenen, sportlichen Betätigung und kamen zu dem Entschluss, einen Rad-Urlaub im schönen Münsterland
in Angriff zu nehmen.
Am Tag nach unserer Ankunft in Havixbeck startetem wir zu einer ersten Erkundungstour und, wie es kommen mußte, wir hatten uns mächtig „verfranzt“ und standen ratlos mitten in der Botanik an einer wunderschönen
Wassermühle, an der der Weg endete.
Plötzlich sahen wir eine kleine Gruppe Leute mit ein paar Hunden, davon ein Welpe, auf uns zukommen. Wir warteten und sprachen die Gruppe an wegen eines Tipps zur Weiterfahrt in Richtung unseres Ausgangs-Standortes.
Die Hunde, die von der Gruppe mitgeführt wurden, erweckten unsere Neugier, da wir diese Art bisher noch nicht gesehen hatten. So wurden wir zum ersten mal mit der Rasse „Eurasier“ konfrontiert. Wir waren begeistert
von den Tieren, die sich absolut friedlich und zurückhaltend verhielten und uns fiel das ruhige, ausgeglichene Wesen auf. Nach längerem Gespräch erfuhren wir, das es sich bei dieser Gruppe um einen Züchter
handelte, der mit den neuen Besitzern eines Welpen noch einen Ausflug machte. Auf die Frage, ob wir uns wegen einer evtl. Anschaffung eines Hundes mit ihm in Verbindung setzen könnten, klärte er uns über die
Modalitäten des Eurasiervereins „KZG-Eurasier“ ausführlich auf. Zunächst etwas verblüfft von dem „Gehabe“ verstanden wir aber dann sehr schnell, dass es sich bei dieser Rasse, die nach strengen
Regeln gezüchtet wurde, um etwas besonderes handelte und unsere Neugier nahm kein Ende.
Nach einiger Zeit der Unterhaltung und „Aufklärung“ erfuhren wir dann auch, wie wir wieder zurück an unseren Ausgangsort kamen.
Wir bemerkten schon nach kurzer Zeit, dass uns der „Eurasiervirus“ erwischt hatte und wir uns, wenn wir wieder zu Hause waren, intensiv mit dem Thema beschäftigen würden. Gott sei Dank hatten
wir uns die Webseite www.kzg-eurasier.de merken können, um einen Anhaltspunkt zu haben.
Als ob es so sein müsste, begegneten wir am nächsten Tag den neuen Welpen-besitzern wieder, im Museumsdorf in Münster. Sie erkannten uns auch sofort wieder und wir unterhielten uns eine ganze
Weile, natürlich über Eurasier. Von da an stand fest, dass unser erster Hund ein Eurasier sein würde.
Wieder zu Hause, begannen wir mit intensiven Nachforschungen und entdeckten dabei, dass ganz in unserer Nähe die Bezirksgruppenleiterin der Bezirksgruppe Mittelhessen, Melanie Zimmermann, wohnte. Wir nahmen
Kontakt zu ihr auf und hatten die Absicht, sie und ihren Eurasier einmal zu besuchen. Der Termin stand fest, musste aber kurzfristig abgeagt werden. Zunächst etwas enttäuscht bekamen wir aber dadurch die Möglichkeit geboten,
an einem Spaziergang der Eurasiergruppe Siegerland teilzunehmen. Dadurch bekamen wir dann auch die Vielfalt der Farbgebungen der Eurasier zu sehen. Jetzt standen wir total auf dem Schlauch und kamen zu dem Entschluss:
Ja, ein Eurasier auf jeden Fall, aber die Farbe ist uns egal! Es waren alles tolle Tiere.
Nach diesem Spaziergang meldeten wir uns bei der Welpenvermittlung als Interessenten an und harrten der Dinge, die da auf uns zukommen würden.
Wir wußten, dass wir ca. ein halbes Jahr Wartezeit haben würden, aber diese Zeit wurde zur Qual. Deshalb nahmen wir auch noch an anderen Eurasier-Spaziergängen teil, um die Wartezeit zu überbrücken.
Dann endlich, Ende Februar 2003 kam der erlösende Anruf von Frau Böhringer, dass unser Welpe geboren sei und wir mit dem Züchter den ersten Besichtigungstermin vereinbaren sollen. Wir erfuhren,
dass der Züchter auf der Schwäbischen Alb zuhause ist und das Schcksal ergab, dass es zu sehr guten Bekannten in Tuttlingen nur ein kurzer Weg war, so dass wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnten. Unseren
Eurasier zu sehen und unsere Bekanten wieder zu sehen.
Nach der ersten Besichtigung wurde uns dann der Abganetermin mitgeteilt und wir konnten endlich, am 19. April 2003 unseren Camillo abholen und mit in sein neue Zuhause nehmen.